Telefonat mit der besten Freundin

Das verzweifelte Telefonat mit der besten Freundin

Es ist Samstagabend, 21:47 Uhr.
Claudia hat gerade ihre dritte Flasche Riesling aufgemacht, nachdem Michael mit seinen Kumpels zum Fußball gegangen ist. Sie wählt Sabines Nummer…

Claudia: Sabine? Bist du noch wach? Ich… ich muss mit jemandem reden.

Sabine: Claudi? Ist alles okay? Du klingst komisch.

Claudia: (schluchzt) Nein, ist es nicht. Gar nichts ist okay. Ich… ich habe heute den ganzen Tag nichts gegessen bis auf einen Apfel, und trotzdem… diese verdammte Waage zeigt immer mehr an. Ich verstehe es nicht mehr, Sabine. Ich verstehe es einfach nicht mehr.*

Sabine: Oh Schatz, nicht schon wieder das Gewicht…

Claudia: Nicht schon wieder? NICHT SCHON WIEDER? Das ist mein Leben, Sabine! Weißt du, was heute passiert ist? Michael und ich… wir hatten heute Morgen… du weißt schon… und ich habe die ganze Zeit nur daran gedacht, wie mein Bauch aussieht. Ich habe ihn eingezogen, bis mir die Luft weggeblieben ist. Das ist doch nicht normal!

Sabine: Claudi…

Claudia: Und das Schlimmste ist… ich glaube, er merkt es. Letzte Woche im Schlafzimmer hat er das Licht angemacht und ich bin fast gestorben vor Scham. Ich habe gesagt „Mach das Licht aus“ und er hat so komisch geguckt. Als würde er sich fragen, was mit seiner Frau passiert ist.

Sabine: Michael liebt dich doch…

Claudia: (bitteres Lachen) Ja, aber liebt er auch DIESEN Körper? Dieses… dieses Ding, das ich geworden bin?
Weißt du, was ich letzte Woche gemacht habe? Ich habe sein Handy durchsucht. Ich wollte wissen, ob er sich andere Frauen anschaut.
Instagram-Models. Jüngere Frauen. Frauen, die aussehen wie ich früher.*

Sabine: Oh Gott, Claudia…

Claudia: Und das Allerallerschlimmste… ich habe tatsächlich was gefunden.
Er folgt dieser Fitness-Influencerin. So eine 25-Jährige mit perfektem Körper. Sarah_Fitness_Model oder so.
Ich habe eine Stunde lang ihre Bilder angestarrt und mich gefragt, ob er an sie denkt, wenn er… wenn wir…

Sabine: Claudi, hör auf dir das anzutun…

Claudia: Ich kann nicht aufhören! Weißt du, was ich heute gemacht habe? Ich habe mich vor dem Spiegel ausgezogen und Fotos gemacht.
Nicht für Michael – Gott bewahre! Sondern um zu dokumentieren, wie schlimm es wirklich ist. Ich wollte mich selbst schocken. Und es hat funktioniert.

Sabine: Das ist nicht gesund…Claudi…

Claudia: Ich lüge meine eigene Familie an, Sabine. Gestern hat Lisa gefragt, warum ich kein Eis esse, wenn wir alle zusammen Eis essen.
Ich habe gesagt, ich hätte keinen Hunger. Aber die Wahrheit ist, ich habe schon drei Kugeln heimlich in der Küche gegessen, bevor sie nach Hause gekommen sind.
Ich esse heimlich, Sabine. Wie eine Süchtige.

Sabine: Oh Schatz…

Claudia: Und weißt du, was das Allerschlimmste ist? Tim hat letzte Woche zu einem Freund am Telefon gesagt:
„Meine Mama war früher mal hübsch.“ FRÜHER MAL! Mein eigener Sohn denkt, seine Mutter war mal hübsch.
Als wäre das vorbei. Als wäre ICH vorbei.

Sabine: Er ist 15, der weiß doch gar nicht…

Claudia: (hysterisch) Doch, er weiß es! Kinder wissen alles! Sie sehen alles! Und was sie sehen, ist eine Mutter, die sich versteckt.
Die keine ärmelosen Shirts mehr trägt. Die nie mehr ins Schwimmbad geht. Die bei jedem Familienfoto hinter allen anderen steht oder das Handy hält.*

Sabine: Was kann ich tun, um dir zu helfen?

Claudia: (flüstert) Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht. Ich fühle mich so allein mit dem allen. Michael versteht es nicht.
Er sagt „Du bist wunderschön“ aber er meint es nur lieb. Die Kinder bemerken es, aber sprechen nicht darüber.
Und ich… ich bin gefangen in diesem Körper, der nicht mehr meiner ist.*

Sabine: Vielleicht solltest du professionelle Hilfe…

Claudia: Ich war beim Arzt! Weißt du, was er gesagt hat?
„Essen Sie weniger, bewegen Sie sich mehr.“
Als hätte ich das noch nie gehört! Als wäre ich zu dumm, um zu wissen, wie abnehmen geht!
Ich habe ihm gesagt, dass ich weniger esse als früher, und er hat mich angeguckt, als würde ich lügen.

[Lange Pause]

Claudia: Sabine… darf ich dir etwas gestehen, was ich noch niemandem erzählt habe?

Sabine: Natürlich…

Claudia: (ganz leise) Manchmal… manchmal wünsche ich mir, ich würde krank werden.
Nicht schlimm krank, aber… krank genug, um endlich wieder dünn zu sein.
Ist das nicht krank? Ist das nicht völlig verrückt?*

Sabine: (geschockt) Claudi…*

Claudia: Ich weiß, dass es verrückt ist! Aber ich bin so müde, Sabine.
So müde von diesem Kampf.
So müde davon, jeden Morgen aufzuwachen und zu hoffen, dass heute der Tag ist, an dem ich mich endlich wieder wie ich selbst fühle.

Diese Frau aß weniger als 1.200 Kalorien pro Tag. Verzichtete auf Brot, Pasta, Zucker. Ging täglich spazieren. Tat alles „richtig.“
Und nahm trotzdem jede Woche zu….
In der Sicherheit der Freundschaft und unter Alkoholeinfluss offenbart sie ihre tiefsten Scham- und Schuldgefühle, ihre Verzweiflung und sogar selbstzerstörerische Gedanken.
Hier wird klar, wie sehr sie leidet und wie dringend sie eine Lösung braucht, die ihr Hoffnung gibt.

Dr. Eric Wood. ist Harvard Medical School-Absolvent, Spezialist für metabolische Gesundheit.
In den letzten drei Jahren hat er über 10.000 Frauen und Männer über 40 untersucht, die mit unerklärlicher Gewichtszunahme kämpften.

Menschen, die verzweifelt weniger aßen, aber mehr wogen. Die sich schämten, weil nichts funktionierte. Die sich fragten: „Was stimmt nicht mit mir?“

Und hier kannst Du sehen, was er entdeckt hat: Telefonat mit der besten Freundin

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